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Bienvenue à Beaumont-sur-Oise

Programm des Frankreichaustausches zum Download

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Finalement: C´est parti – pour Paris! Endlich ist soweit: Wie die meisten Schülerinnen und Schüler des Französischzweiges fieberten auch viele Jungs und Mädels der 9C seit der 7. Klasse auf dieses „Event“ hin, im Rahmen dessen sie ihre Sprechkompetenz, die sonst meist nur im geschützten Klassenzimmer erprobt wurde, live unter authentischen Bedingungen unter Beweis stellen konnten. Endlich sollten die zahlreichen, meist nur aus dem Lehrbuch bekannten, fernen Orte „Rue Gambette“, „La Tour Eiffel“, „Montmartre“, „Notre Dame“, „Quartier Latin“ und „la métro – station Gambette“ greifbar gemacht und mit Sinn erfüllt werden.

So machten sich am 15.05.17 bereits kurz nach Sonnenaufgang (Abfahrt des Zuges am Hbf München 06:11 Uhr) 17 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9C in Begleitung von Frau Kößler und Herrn Engels mit dem TGV auf nach Paris.

Angekommen am Gare de l´Est in Paris, wurden wir von unserer französischen Austauschlehrerin Madame Jourdy begrüßt und fuhren vom Gare du Nord mit dem Regionalzug weiter nach Beaumont-sur-Oise, einem 40km nordöstlich von Paris gelegenen Vorort. Dort wurden wir in unserer Austauschschule, dem Lycée Evariste Galois (Gymnasium) offiziell von der Schulleitung und den französischen Austauschschülern empfangen.
Den Abend verbrachten die Jugendlichen in den Austauschfamilien, wo sie sich erholen, die gute französische Küche genießen und ihr Französisch erproben konnten. Schnell zeigten sich hier die ersten kulturellen Unterschiede:

1. Die französischen Schüler haben mehrmals die Woche bis 17:30 Uhr Schule
2. In Frankreich isst man häufig erst nach 21:00 Uhr (nach dem Apéro) zu Abend.

„Sous le ciel de Paris….“Dienstag machten wir uns auf die Spuren von Edith Piaf und fuhren mit dem Bus nach Paris. Aufgrund des aktuellen Verbotes an französischen Schulen (welches nach den Anschlägen 2015 ausgesprochen wurde), Schulausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen, mussten wir uns mit dem Bus durch die überlasteten Straßen der französischen Hauptstadt schlängeln um schließlich direkt vor dem Eiffelturm abgesetzt zu werden, très bien! Nach einer ausgedehnten Erkundungstour inkl. Fotosession mit oder ohne Turm, machten wir uns zu Fuß auf zum nächsten Stopp: Das „Bateau Mouche“, welches uns bei schönstem Sonnenschein auf der Seine durch Paris bringen und einen wunderbaren Blick auf zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Stadt ermöglichen sollte: Notre-Dame, Louvre, Musée d´Orsay, Quartier Latin, …
Anschließend durften die Jugendlichen das Quartier Latin, auf eigene Faust erkunden und die freie Zeit dort zum Essen, Schoppen oder einfach Entspannen in der Sonne nutzen….sodass sich spätestens hier wohl auch die letzten Schülerinnen und Schüler einen Sonnenbrand holten. Zurück in Beaumont, wurde der Abend gemütlich in der Familie verbracht oder die Jungen und Mädchen verabredeten sich zum gemeinsamen Pizzabacken und Singen (eine Spezialität der 9C).

Natürlich hat auch Beaumont-sur-Oise etwas zu bieten und zeigte sich als durchaus historische Stadt. Bei einer Stadtführung lernten wir die aus dem 10. Jahrhundert stammende Burg (von der heute nur noch eine Ruine zu sehen ist) sowie die romanische Kirche Saint-Laurent kennen. Zudem erfuhren wir, dass die Brücke, welche heute über die Oise führt und Persan mit Beaumont verbindet, einst zum Eintreiben von Steuern genutzt wurde, mit welchen die Mönche den Bau der Burgkirche finanzierten. Ganz offiziell wurde es, als wir anschließend im Rathaus vom stellvertretenden Bürgermeister M. Chanay empfangen wurden und einzelne Schülerinnen und Schüler ihre erste offizielle Rede auf Französisch halten durften – mit Bravour. M Chanay stellte heraus, dass der Schüleraustausch insbesondere im heutigen Europa eine unerlässliche und wichtige Chance ist und auch das Projekt der Städtepartnerschaft (= le jumelage) zwischen Poing und Beaumont weiter vorangetrieben werden soll.
Allen knurrte der Magen und wir statteten der Schulkantine einen Besuch ab, welche den Schülern, ganz wider Erwarten, ein vorzügliches Essen sowie eine große Auswahl bot.
Merke hier: Da die französischen Schüler in der Regel immer Nachmittagsunterricht haben, isst auch die größte Schülerzahl hier und nicht zu Hause zu Mittag. Das Mittagessen wird finanziell vom Staat subventioniert und die Schülerinnen und Schüler bezahlen entsprechend des Einkommens ihrer Eltern zwischen 1,50 und 4,00 Euro/ Essen (= Vorspeise, Hauptgang, Dessert, Salat und Brot)
Gut gestärkt arbeiteten die Jugendlichen am Nachmittag mit ihren Austauschpartnern am zweisprachigen Projekt (Thema: dt. und frz. Erfindungen oder Wissenschaftler), welches sie bei der Feier am Donnerstagabend vor Publikum präsentieren sollten.

Am Donnerstag hieß es: cours cours cours cours cours – und dies von 08:30 – 17:30 Uhr. Ziemlich ungewohnt für unsere Poinger Schüler, sodass der ein oder andere doch etwas erschlagen schien und unser Schulsystem wieder etwas mehr schätzte.
Abends fand in der Aula der Schule die Feier mit allen Beteiligten des Austausches statt. Eingeladen waren Schüler, Freunde, die Schulleitung (Madame Avronsard und Monsieur Laporte), Eltern und Lehrkräfte. Es wurden Reden geschwungen, sich bedankt, gut gemeinsam gegessen, die Austauschpaare präsentierten ihre Projekte und der Abend klang mit einem Konzert der Schüler-Rock-Band aus. Alles in allem ein gelungener und schöner Abend.

Freitag wurde es wieder kulturell und wir machten uns auf die Spuren von Louis XIV: Le Château de Versailles. Dabei war nicht nur das Schloss mit seinen Sälen, der Malerei und Architektur beeindruckend, sondern auch der riesige barocke Schlosspark, in welchem klassische Musik das Ambiente unterstützte.

Das Wochenende verbrachten die Schülerinnen und Schüler in und mit den Gastfamilien. Einige von ihnen fuhren noch einmal nach Paris, um dort noch nicht gesehene Sehenswürdigkeiten zu besuchen, andere gingen ins Theater, Kino, zum Bowling, in den Park Astérix oder machten einen Tanzkurs mit ihrem Austauschpartner.

….Und schon war die schöne und ereignisreiche Woche wie im Flug vergangen, wir trafen uns Sonntagmitttag alle wieder am Bahnhof von Persan und es hieß: Dire „au revoir“. Grinsend, frohen Mutes und doch auch etwas wehmütig stiegen die Mädchen und Jungen in den TGV nach München. „Au revoir la France – tu vas me manquer! A bientôt und sevus!”

Ann-Kathrin Kößler, StRin RS